Former industrial landfill Prael

Ehemalige Industriemülldeponie Prael (eIMD Prael) Sprendlingen

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Prinzipschnitt durch die eIMD Prael (Quelle: Ehemalige Industriemülldeponie Prael, Sprendlingen – Erneuerung und Optimierung der Sicherungsbauwerke, Kaiserslautern: Faber Druck, 46 S.)

Bearbeiter:

  • Jacob Wächter

Stand: in Bearbeitung

Die eIMD Prael befindet sich am Ortsrand von Sprendlingen auf dem Grubengelände der ehemaligen Ziegelei Schnell & Pfeil, wo bis 1966 Löß und Lößlehm im Tagebau gewonnen wurde. Ab 1966 wurde der Firma Erwin Prael die Ablagerung von Industrieabfällen innerhalb des Ziegeleigeländes gestattet.

Zwischen 1966 und 1972 wurden ca. 450.000 t Industriemüll, der heutzutage als Sondermüll angesehen werden würde, angelagert. Hauptsächlich wurden Kunststoff-, Klebstoff-, Bitumen und Harzrückstände, Teer- und ölige Klärschlämme, Substanzen aus Schädlingsbekänpfungsmitteln, Farben, Lacke, Säuren eingelagert. Dazu kommen größere Mengen unbekannter Substanzen.

Im Jahr 1974 kam es zu polizeilichen Ermittlungen, da zusätzlich zu den o.g. Subtanzen noch cyanidhaltige Härtesalze, Rückstände aus der HCH-Produktion, Lösungsmittel, Kresole, Trichlorphenole, Arzneimittelrückstände, Destillationsrückstande der organischen Chemie, PCB-haltige Abfälle, giftige Schwermetalle und CKW abgelagert wurden (MUF RLP, 2003).

Zu Beginn der 1980er Jahre treten gehäuft Verunreinigungen von Hausbrunnen in der Ortslage Sprendlingen auf, weshalb umfangreichen Erkundungen der Altlast durchgeführt werden. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen werden Dichtwände zur Abschottung des Deponierkörpers eingebaut, eine Oberflächenabdichtung aufgebracht sowie eine Kläranlage zur Reinigung des Deponiewassers installiert.

Im Zuge einer Bestandsaufnahme von 1997 bis 2002 wird festgestellt, dass die Wirksamkeit der mineralischen Oberflächenabdichtung nachgelassen hat. Außerdem tritt belastetes Sickerwasser an Schwachstellen innerhalb der Dichtwände ins Grundwasser über, was zur Durchführung von Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr führte.

Der Standort der Deponie zeichnet sich durch eine komplexe Geologie mit zahlreichen Terrassenkörpern aus, die mit Hilfe eines geologischen 3D-Modells ausgearbeitet werden. Als Eingangsdaten stehen zahlreiche Altbohrungen, Gutachten und Schnitte zur Verfügung. Zusätzlich dazu wurden im Zuge einer Erkundungskampagne im Jahr 2013 über 70 neue Bohrungen abgeteuft, die ebenfalls in die Modellierung einfließen.

MUF RLP, 2003 (Hrsg.): Ehemalige Industriemülldeponie Prael, Sprendlingen – Erneuerung und Optimierung der Sicherungsbauwerke, Kaiserslautern: Faber Druck, 46 S.

  • Einzugsbereiche einzelner Brunnen (Quelle: Ehemalige Industriemülldeponie Prael, Sprendlingen – Erneuerung und Optimierung der Sicherungsbauwerke, Kaiserslautern: Faber Druck, 46 S.)
  • Herrstelllung der Lößobeberflächenabdichtung (Quelle: Ehemalige Industriemülldeponie Prael, Sprendlingen – Erneuerung und Optimierung der Sicherungsbauwerke, Kaiserslautern: Faber Druck, 46 S.)
  • Einbringung der Dichtwandmasse (Quelle: Ehemalige Industriemülldeponie Prael, Sprendlingen – Erneuerung und Optimierung der Sicherungsbauwerke, Kaiserslautern: Faber Druck, 46 S.)