Forschung in Lateinamerika

Gewässer sind im urbanen Raum von Verschmutzung und nach morphologischer Veränderung bedroht. Gleichzeitig sind Gewässer eine potenzielle Quelle für vielfältige Ökosystemleistungen und oftmals die letzten verbleibenden ökologischen Korridore. Für die Bewertung des Bereitstellungspotenzial von Ökosystemleistungen urbaner Gewässerkorridore wurde am Fachgebiet die Methodik MAPURES entwickelt und am Beispiel der Stadt León, Nicaragua, getestet. Auch die Bedrohung der Habitatqualität aufgrund verschiedener urbaner Stressoren, wurde in diesem Zusammenhang als Grundlage zur nachhaltigen Lösungsfindung untersucht. Die Entwicklung von Grünflächen und Bebauung wurde an drei verschiedenen Stadtgebieten anhand von Satellitenaufnahmen untersucht, um unterschiedliche Stadtentwicklungsprozesse zu charakterisieren und negative Entwicklungstrends zu identifizieren.

Der menschliche Einfluss durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Landnutzungsänderungen und nicht zuletzt Urbanisierung belastet Ökosysteme zunehmend und kann deren Leistungsbereitstellung stark beeinflussen. Über technische Infrastrukturen sind urbane Gesellschaften komplex mit Ökosystemen vernetzt. Wasser spielt hier eine besondere Rolle, sowohl für die Gesellschaft als überlebenswichtige Ressource und Schadstoffsenke, als auch für die Natur als Habitat und Umweltleitmedium. Hier setzt die Arbeit der Nachwuchsgruppe SEE-URBAN-WATER an und widmet sich u. a. Fragen wie Stadtentwässerungssysteme mit dem natürlichen Wasserkreislauf und über Flusssysteme verbundenen Ökosystemen interagieren oder auch, wie ingenieurwissenschaftliche Planungsmethoden mit sozial-ökologischen Betrachtungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung kombiniert werden können. Die Beantwortung dieser Fragen und die Forschung geschehen hauptsächlich mit Praxispartnern im Reallabor der Metropolregion von San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica, durch die praktische Erprobung von Prototypen für natur-basierte Lösungen.