Antragssteller/in: Prof. Dr. Matthias Hinderer
Förderung: DFG
Bearbeiter: Anastasiya Oepen
Dauer: 2022 – 2025
Zusammenfassung
Die nach der nahe gelegenen Stadt Layla benannten Layla-Lakes liegen in etwa 300 km südlich von Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien. Diese inzwischen trocken gefallenen Seen wurden durch die hypogene Karstbildung des Anhydrits der oberen Hith-Formation aus dem Jura und anschließenden Zusammenbruch der darüber liegenden Kreideschichten gebildet, wobei eine Reihe von bis zu 40 m tiefen Erdfällen entstanden. Zudem besaßen die Seen keinen Oberflächenabfluss, sondern wurden mit Grundwasser aus dem von Kalkstein dominierten arabischen Grundwasserleiter gespeist, der unter dem Hith-Anhydrit liegt. Aufgrund seines Kontakts mit Anhydrit/Gips war das aufsteigende Grundwasser reich an Kalzium und Sulfat.
Erste 14-C Datierungen an organischem Material in den Seesedimenten ergaben ein ungefähres Maximalalter der Layla-Lakes von 10 ka. Damit decken die Sedimente der Layla-Lakes fast das gesamte Holozän des arabischen Raumes ab, eine Zeit, die klimatisch aus dieser Region bisher nur lückenhaft bekannt ist. Weitere Untersuchungen der Sedimente ergaben eine hohe Diversität autochthoner Mikrofossilversammlungen welche Pollen, Sporen, Diatomeen, Süßwasseralgen sowie Phytolithen enthalten, aber auch Testat-Amöben und Zooklasten, welche bisher aus dem zentral arabischen Raum nicht beschrieben wurden. Erste Anwendungen von Multi-Proxy-Verfahren zur Rekonstruktion des holozänen Paläoklimas und der Paläoumwelt erlauben eine Interpretation des Klimas sowie des Verlaufs der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) und zeigen einen möglichen Zusammenhang mit bisher nicht verknüpften globalen Klimazyklen.
Die Layla-Lakes belegen durch erste Ergebnisse ein sehr hohes Potential zur hoch aufgelösten Rekonstruktion des holozänen Klimas der arabischen Halbinsel. Dies ist zum einen von enormer Bedeutung, da noch nicht viel über das damalige Klima Saudi-Arabiens und dessen Einflussfaktoren bekannt ist. Zum anderen sind diese Untersuchungen auch für die Bewegungen der jüngsten Menschheitsgeschichte von großer Bedeutung, da die Layla-Lakes eine alternative Route der Wanderungsbewegungen bieten könnten.
M.Sc. Anastasiya Oepen
Kontakt
oepen@geo.tu-...
work +49 6151 16-20634