Die Technische Petrologie untersucht als relativ junges Fachgebiet innerhalb der Angewandten Geowissenschaften die physikalischen Eigenschaften und das chemische Verhalten von Gesteinen und Mineralien unter niedrig temperierten Bedingungen im Hinblick auf ihre technische Nutzung und ihr Verhalten in der Umwelt. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gesteinen sind hierbei hauptsächlich durch den Pauschalchemismus, den Phasenbestand, die Verteilung der Phasen und die Beschaffenheit der beteiligten Oberflächen charakterisiert. Bei den Untersuchungen kommen eine Vielzahl von analytischen Methoden zur Anwendung, die Größenordnungen vom makroskopischen bis zum atomaren Maßstab umfassen.
Aus den Untersuchungen ergeben sich unter anderem Hinweise auf das Verwitterungsverhalten von Festgesteinen und somit auf geeignete Konservierungsmethoden für Bauwerke und Denkmäler, auf die Möglichkeiten der Nutzung von Festgesteinen als Werk- und Baustein oder als Zuschlagstoff in technischen Produkten, aber auch auf die Möglichkeiten der Nutzung von Geomaterialien bei umweltrelevanten Fragestellungen (z.B. Filterprozesse in verunreinigten Böden und Gewässern, [End-]Lagerung von Abfallprodukten).
Bei vielen der genannten Problemstellungen hat die Wechselwirkung zwischen Gesteinen bzw. Mineralen und einer wässerigen Lösung eine herausragende Bedeutung. Diese Wechselwirkungen können dabei sowohl an natürlichen Systemen als auch in analogen oder numerischen Experimenten erforscht werden.
Im Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich das Fachgebiet Technische Petrologie mit den chemischen und physikalischen Prozessen der Gesteinsbildung und Verwitterung, sowie den angewandten Aspekten in der Rohstoffnutzung und Umweltforschung. Diese fallen unter das Dach der Niedrigtemperaturpetrologie (Paläogeothermie und Erforschung externer Gebirge, Tonmineralogie, Kohlenpetrologie (Kohlenwasserstoffe s.l.) und Experimentelle Petrologie.